EPA (Eicosapentaensäure): Was ist diese Omega-3-Fettsäure und wo kommt sie vor?
Wer sich mit Omega-3-Fettsäuren beschäftigt, begegnet früher oder später drei Abkürzungen: ALA, EPA und DHA. Obwohl alle drei zur Omega-3-Familie gehören, handelt es sich um unterschiedliche Fettsäuren mit unterschiedlichen natürlichen Quellen und chemischen Eigenschaften.
EPA steht für Eicosapentaensäure (englisch: Eicosapentaenoic Acid). Sie gehört zu den langkettigen, mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren und kommt insbesondere in marinen Quellen vor.
Doch was genau ist EPA? Welche Lebensmittel enthalten Eicosapentaensäure? Was ist der Unterschied zwischen EPA, DHA und ALA? Und worauf sollte man bei einem Nahrungsergänzungsmittel mit EPA achten?
Was ist EPA?
EPA ist die Abkürzung für Eicosapentaensäure.
Sie gehört zur Familie der Omega-3-Fettsäuren und wird den langkettigen mehrfach ungesättigten Fettsäuren zugeordnet.
Die chemische Kurzbezeichnung von EPA lautet:
20:5 n-3
Vereinfacht bedeutet dies:
- 20 Kohlenstoffatome,
- 5 Doppelbindungen,
- Zugehörigkeit zur Omega-3-Familie.
Die englische Bezeichnung lautet Eicosapentaenoic Acid, weshalb auf internationalen Nahrungsergänzungsmitteln praktisch immer die Abkürzung EPA verwendet wird.
Ist EPA dasselbe wie Omega-3?
Nein.
Omega-3 bezeichnet eine ganze Familie von Fettsäuren. EPA ist lediglich ein Vertreter dieser Familie.
Zu den bekanntesten Omega-3-Fettsäuren gehören:
- ALA – Alpha-Linolensäure
- EPA – Eicosapentaensäure
- DHA – Docosahexaensäure
Wenn auf einem Nahrungsergänzungsmittel lediglich eine Gesamtmenge an „Omega-3“ angegeben wird, bedeutet dies daher nicht automatisch, dass diese gesamte Menge aus EPA besteht.
Für einen genauen Produktvergleich sollten EPA und DHA – sofern angegeben – separat betrachtet werden.
Wo kommt EPA natürlich vor?
EPA wird insbesondere mit marinen Quellen in Verbindung gebracht.
Verschiedene Fischarten können EPA in unterschiedlichen Mengen enthalten. Dazu gehören beispielsweise:
- Sardinen
- Hering
- Makrele
- Sardellen
- Lachs
- weitere fettreiche Meeresfische
Auch die genaue Fettsäurezusammensetzung eines Fisches ist nicht immer identisch. Sie kann unter anderem von Fischart, Ernährung, Herkunft und weiteren Faktoren beeinflusst werden.
Woher stammt EPA ursprünglich?
Ein interessanter Aspekt der marinen Nahrungskette ist, dass bestimmte Mikroalgen Omega-3-Fettsäuren bilden können.
Über die Nahrungskette gelangen diese Fettsäuren in verschiedene marine Organismen und schließlich auch in Fische.
Deshalb existieren heute neben klassischen Fischölprodukten auch Algenöle, die je nach verwendeter Mikroalge und Produkt EPA, DHA oder Kombinationen daraus enthalten können.
Enthält Fischöl EPA?
Ja, Fischöl kann EPA enthalten.
Die genaue Menge hängt jedoch vom verwendeten Rohstoff und vom jeweiligen Produkt ab.
Deshalb sollte zwischen folgenden Angaben unterschieden werden:
Fischöl insgesamt
Omega-3 insgesamt
EPA
DHA
Diese Werte sind nicht automatisch identisch.
Ein Produkt mit 1000 mg Fischöl enthält beispielsweise nicht zwangsläufig 1000 mg EPA.
Sind 1000 mg Fischöl gleich 1000 mg EPA?
Nein.
Dies gehört zu den wichtigsten Punkten beim Lesen der Etiketten von Omega-3-Nahrungsergänzungsmitteln.
Eine Angabe wie:
1000 mg Fischöl
beschreibt zunächst die Gesamtmenge des enthaltenen Öls.
Fischöl besteht jedoch aus verschiedenen Fettsäuren und weiteren Bestandteilen.
Ein Produkt könnte beispielsweise separat angeben:
Fischöl: 1000 mg
davon Omega-3-Fettsäuren: … mg
davon EPA: … mg
davon DHA: … mg
Die konkreten Werte hängen vom jeweiligen Produkt ab.
Wer den EPA-Gehalt verschiedener Nahrungsergänzungsmittel vergleichen möchte, sollte deshalb nicht nur die Gesamtmenge des Fischöls betrachten.
EPA und DHA – was ist der Unterschied?
EPA und DHA gehören beide zur Familie der langkettigen Omega-3-Fettsäuren, sind chemisch jedoch nicht identisch.
EPA
Eicosapentaensäure
Chemische Kurzbezeichnung:
20:5 n-3
DHA
Docosahexaensäure
Chemische Kurzbezeichnung:
22:6 n-3
DHA besitzt somit eine längere Kohlenstoffkette und eine zusätzliche Doppelbindung.
Beide können gemeinsam in Fisch, Fischöl und bestimmten anderen marinen Quellen vorkommen.
Das Verhältnis zwischen EPA und DHA kann jedoch von Produkt zu Produkt deutlich variieren.
EPA und ALA – was ist der Unterschied?
Auch ALA (Alpha-Linolensäure) gehört zur Omega-3-Familie.
ALA findet man insbesondere in pflanzlichen Quellen wie:
- Leinsamen
- Leinöl
- Chiasamen
- Walnüssen
- bestimmten Pflanzenölen.
EPA wird dagegen hauptsächlich mit marinen Quellen in Verbindung gebracht.
ALA und EPA sind also nicht zwei verschiedene Bezeichnungen für dieselbe Substanz.
Kann der Körper ALA in EPA umwandeln?
Der menschliche Organismus kann ALA in begrenztem Umfang in längerkettige Omega-3-Fettsäuren umwandeln, darunter EPA.
Die Umwandlung erfolgt über mehrere biochemische Schritte.
Allerdings sollte daraus nicht geschlossen werden, dass eine bestimmte Menge ALA automatisch einer bestimmten Menge EPA entspricht.
Die Umwandlungsrate kann begrenzt sein und von verschiedenen Faktoren abhängen.
Deshalb sollten Angaben zu ALA und EPA bei der Betrachtung von Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln getrennt betrachtet werden.
Welche Nahrungsergänzungsmittel können EPA enthalten?
EPA kann in verschiedenen Arten von Nahrungsergänzungsmitteln vorkommen.
Fischöl
Eine der bekanntesten Quellen für EPA und DHA.
Lachsöl
Lachsöl (Salmon Oil) enthält je nach Produkt verschiedene Omega-3-Fettsäuren, darunter EPA und DHA.
Lebertran
Cod Liver Oil beziehungsweise Lebertran kann ebenfalls EPA und DHA enthalten. Zusätzlich können bei diesen Produkten Vitamin A und Vitamin D relevant sein.
Krillöl
Krillöl kann EPA und DHA enthalten. Das Lipidprofil unterscheidet sich jedoch von klassischem Fischöl.
Algenöl
Bestimmte Mikroalgen können als Ausgangsmaterial für Omega-3-Produkte verwendet werden. Je nach Produkt kann Algenöl DHA, EPA oder beide Fettsäuren enthalten.
Die Angabe der konkreten EPA-Menge bleibt daher entscheidend.
Gibt es Nahrungsergänzungsmittel mit besonders viel EPA?
Ja. Die Zusammensetzung von Omega-3-Produkten kann sehr unterschiedlich sein.
Einige Produkte enthalten EPA und DHA in ähnlichen Mengen, während andere einen höheren Anteil einer der beiden Fettsäuren aufweisen.
Es gibt deshalb beispielsweise:
- Fischöl mit EPA und DHA,
- EPA-reichere Omega-3-Produkte,
- DHA-reichere Produkte,
- Kombinationen unterschiedlicher mariner Öle.
Die Bezeichnung auf der Vorderseite reicht für einen Vergleich nicht aus.
Entscheidend ist die konkrete Mengenangabe pro Portion.
Was bedeutet „High EPA“?
Auf internationalen Produkten findet man gelegentlich Bezeichnungen wie:
High EPA
EPA Concentrate
oder ähnliche Formulierungen.
Damit soll normalerweise auf einen vergleichsweise hohen EPA-Anteil innerhalb des jeweiligen Produktes hingewiesen werden.
Eine solche Bezeichnung ersetzt jedoch nicht die tatsächliche Mengenangabe.
Wer Produkte vergleichen möchte, sollte prüfen:
Wie viele Milligramm EPA enthält die angegebene Tagesportion tatsächlich?
Was bedeuten TG, rTG und EE bei Omega-3-Produkten?
Auf manchen Fischöl-Nahrungsergänzungsmitteln findet man zusätzliche Angaben zur chemischen Form des Öls.
Dazu gehören beispielsweise:
TG – Triglyceride
Triglyceride sind eine Form, in der Fettsäuren in natürlichen Fetten und Ölen vorkommen.
rTG – re-esterifizierte Triglyceride
Diese Form kann bei der Verarbeitung beziehungsweise Konzentration von Fischöl entstehen.
EE – Ethylester
Bei Ethylestern sind die Fettsäuren an Ethanol gebunden.
Diese Angaben beschreiben unterschiedliche Formen beziehungsweise Verarbeitungsstufen und sollten nicht mit den Mengenangaben für EPA oder DHA verwechselt werden.
Ein Produkt kann beispielsweise 500 mg EPA enthalten – unabhängig davon muss zusätzlich betrachtet werden, in welcher Form die Fettsäuren vorliegen.
Flüssiges Omega-3 oder EPA in Kapseln?
EPA-haltige Öle werden in verschiedenen Darreichungsformen angeboten.
Häufig sind:
- flüssiges Fischöl,
- Softgel-Kapseln,
- konzentrierte Omega-3-Öle,
- Algenöl-Kapseln.
Welche Form ein konkretes Produkt verwendet, lässt sich der Zutatenliste und Produktbeschreibung entnehmen.
Bei Kapseln sollte zusätzlich die Zusammensetzung der Kapselhülle berücksichtigt werden.
Worauf sollte man bei einem EPA-Nahrungsergänzungsmittel achten?
Wer verschiedene Produkte vergleichen möchte, sollte nicht ausschließlich auf Begriffe wie „Omega-3“, „Fish Oil“ oder „High EPA“ achten.
Interessant sind insbesondere:
1. EPA pro Portion
Wie viele Milligramm EPA werden tatsächlich angegeben?
2. DHA pro Portion
Enthält das Produkt zusätzlich DHA und in welcher Menge?
3. Gesamt-Omega-3
Wie hoch ist die gesamte angegebene Omega-3-Menge?
4. Gesamtmenge des Öls
Wie viel Fischöl, Algenöl oder anderes Öl enthält die Portion?
5. Quelle
Stammt das EPA beispielsweise aus Fischöl, Krillöl oder Algenöl?
6. Darreichungsform
Handelt es sich um flüssiges Öl oder Kapseln?
7. Weitere Inhaltsstoffe
Enthält das Produkt weitere Öle, Antioxidationsmittel, Aromen oder andere Zutaten?
8. Portionsgröße
Beziehen sich die Angaben auf eine Kapsel oder auf mehrere Kapseln pro Tagesportion?
Gerade dieser letzte Punkt kann bei Produktvergleichen leicht übersehen werden.
Häufig gestellte Fragen zu EPA (FAQ)
Was ist EPA?
EPA ist die Abkürzung für Eicosapentaensäure. Sie ist eine langkettige, mehrfach ungesättigte Fettsäure aus der Omega-3-Familie.
Wofür steht die Abkürzung EPA?
EPA steht für Eicosapentaensäure, auf Englisch Eicosapentaenoic Acid.
Ist EPA eine Omega-3-Fettsäure?
Ja. EPA gehört zusammen mit unter anderem ALA und DHA zur Familie der Omega-3-Fettsäuren.
Wo kommt EPA vor?
EPA kommt insbesondere in marinen Quellen vor. Verschiedene fettreiche Fischarten und daraus gewonnene Fischöle können EPA enthalten.
Enthält Fischöl EPA?
Ja. Fischöl kann sowohl EPA als auch DHA enthalten. Die jeweiligen Mengen unterscheiden sich jedoch zwischen verschiedenen Produkten.
Sind 1000 mg Fischöl gleich 1000 mg EPA?
Nein. 1000 mg Fischöl bezeichnet die Gesamtmenge des Öls. Nur ein Teil davon kann aus EPA bestehen.
Was ist der Unterschied zwischen EPA und DHA?
EPA und DHA gehören beide zu den langkettigen Omega-3-Fettsäuren, besitzen jedoch unterschiedliche chemische Strukturen. EPA wird als 20:5 n-3 und DHA als 22:6 n-3 bezeichnet.
Was ist der Unterschied zwischen EPA und ALA?
ALA ist eine essentielle Omega-3-Fettsäure, die vor allem in pflanzlichen Quellen vorkommt. EPA ist eine langkettige Omega-3-Fettsäure, die insbesondere mit marinen Quellen verbunden ist.
Enthält Leinöl EPA?
Leinöl ist vor allem für seinen Gehalt an ALA bekannt. Es sollte daher nicht mit einer direkten EPA-Quelle wie einem EPA-haltigen Fisch- oder Algenöl gleichgesetzt werden.
Kann der Körper ALA in EPA umwandeln?
Der menschliche Körper kann ALA in begrenztem Umfang über mehrere Stoffwechselschritte in EPA umwandeln. ALA- und EPA-Mengen sollten deshalb dennoch nicht direkt gleichgesetzt werden.
Enthält Lachsöl EPA?
Lachsöl kann EPA und DHA enthalten. Die tatsächlichen Mengen hängen vom jeweiligen Produkt ab.
Enthält Lebertran EPA?
Ja. Lebertran beziehungsweise Cod Liver Oil kann EPA und DHA enthalten. Die genaue Zusammensetzung sollte auf dem Produktetikett geprüft werden.
Enthält Krillöl EPA?
Krillöl kann EPA und DHA enthalten. Seine Lipidzusammensetzung unterscheidet sich jedoch von klassischem Fischöl.
Kann Algenöl EPA enthalten?
Ja. Je nach verwendeter Mikroalge und Produktzusammensetzung können Algenöle EPA, DHA oder Kombinationen beider Fettsäuren enthalten.
Was bedeutet „High EPA“ bei einem Nahrungsergänzungsmittel?
Die Bezeichnung weist normalerweise auf einen höheren EPA-Anteil hin. Für einen objektiven Vergleich sollte jedoch die tatsächlich angegebene EPA-Menge pro Portion betrachtet werden.
Wie vergleicht man zwei EPA-Produkte?
Besonders relevant sind die EPA-Menge pro Portion, der DHA-Gehalt, Gesamt-Omega-3, die verwendete Ölquelle, Portionsgröße und die vollständige Zutatenliste.
Fazit: EPA genauer betrachtet
EPA (Eicosapentaensäure) ist eine langkettige, mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäure.
Sie kommt insbesondere in marinen Quellen vor und ist zusammen mit DHA ein typischer Bestandteil vieler Fischöl-Nahrungsergänzungsmittel. Je nach Produkt kann EPA außerdem aus anderen Quellen wie bestimmten Algenölen stammen.
Für die Beurteilung eines Nahrungsergänzungsmittels ist die Gesamtmenge an Fischöl allein wenig aussagekräftig.
1000 mg Fischöl bedeuten nicht automatisch 1000 mg EPA.
Wer verschiedene Produkte miteinander vergleichen möchte, sollte deshalb insbesondere auf die separat ausgewiesene EPA-Menge pro Portion, den DHA-Gehalt, Gesamt-Omega-3 und die verwendete Ölquelle achten.